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Zum 25-jährigen Meisterjubiläum gratulierte Obermeister Friedrich Lüpkes (r.) Horst Behnen, Wolfgang Bohlmann, Torsten Folke, Alfred Janßen und Rollf Kuper (von links).

Energiewende mit dem Schornsteinfeger

Zur Versammlung traf sich die Schornsteinfegerinnung im Seminarhotel Aurich.

Ostfriesland. „Einer für alle und alle für einen“, hieß die Parole auf der Versammlung der Schornsteinfegerinnung Ostfriesland. Neue Regelungen des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes, die Energieeinsparverordnung (EnEV), die Nachwuchsgewinnung und die Konsequenzen der Energiewende standen auf der Tagesordnung. Rund 55 Mitglieder waren der Einladung ins Seminarhotel Aurich von Obermeister Friedrich Lüpkes (Leer/Nüttermoor) gefolgt.

Insgesamt vertritt die Interessensorganisation 60 Mitglieder, die rund 120 Mitarbeiter beschäftigen. Sie alle kümmern sich nach Aussagen von Martin Mennenga, Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Emden, um 466.000 Einwohner in ganz Ostfriesland. „Die Schornsteinfegermeister haben ihre Kehrbezirke im Griff“, sagte er. Es gebe im vergangenen Jahr nur sehr wenige Fälle, bei denen die Ordnungsbehörde hätte eingreifen müssen.

Friedrich Lüpkes verwies in seinem Obermeisterbericht auf den Entwurf zur Änderung des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes. Mit der Neuregelung stünden Hausbesitzer stärker in der Pflicht. Sie seien für die pünktliche und nachvollziehbare Erledigung aller Schornsteinfegerarbeiten verantwortlich. Stillgelegte Feuerungsanlagen und neue Eigentümer seien dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu melden. Außerdem betonte Lüpkes, dass es alleinig dem Bezirksschornsteinfeger obliege, die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit von Abgasanlagen sowie von Leitungen zur Abführung von Verbrennungsgasen zu überprüfen. „Wer verkauft oder installiert, darf nicht abnehmen. Unsere Neutralität als Bevollmächtigter ist gesetzlich vorgegeben“, sagte Lüpkes.

Im Anschluss sprach der technische Innungswart, Wilhelm Rabenstein (Aurich-Walle), die Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) an: „Neue Wohnhäuser werden immer empfindlicher in der Wärmeerzeugung und –verteilung.“ Träge Heizflächen wie Fußbodenheizungen trügen zu dieser Problematik bei. Zusätzlich installierte Kaminöfen seien oft in der Heizkraft überdimensioniert. Die abgegebene Wärmemenge sei dann eher ein Problem für den Wärmehaushalt des Gebäudes. Er appellierte an seine Kollegen, aufzuklären: „Ein gut gedämmtes Haus braucht kein Wärmemedium Wasser mehr“, so Rabenstein. Weiter bat er darum, die Einhaltung der EnEV bei Heizungsanlagen in Neubauten zu überprüfen und zu dokumentieren: „Aus der Praxis wissen wir, dass bis heute noch Anlagen eingebaut werden, die viele Mängel bezüglich der EnEV aufweisen“, ergänzte Rabenstein.

„Die Ausbildungszahlen pendeln sich in Ostfriesland auf vier bis sechs Lehrlinge pro Jahr ein“, berichtete Berufsbildungswart Redelf Heuermann (Hage). Derzeit befinden sich insgesamt elf Lehrlinge in der Ausbildung. Er forderte von den Innungsmitgliedern, die Ausbildungsleistung weiter voranzubringen. „Wir müssen was für unsere Zukunft tun“, sagte er.

Unter dem Tagesordnungspunkt Ehrungen überreichte Friedrich Lüpkes fünf Urkunden der Handwerkskammer für Ostfriesland. Zum 25-jährigen Meisterbestehen gratulierte er den Bezirksschornsteinfegermeistern Alfred Janßen aus Moormerland (Kehrbezirk Veenhusen), Wolfgang Bohlmann aus Rhauderfehn (Kehrbezirk Westrhauderfehn), Rollf Kuper aus Hinte (Kehrbezirk Emden/Wolthusen), Horst Behnen aus Rhauderfehn (Kehrbezirk Westrhauderfehn) sowie dem Schornsteinfeger-, Installateur- und Heizungsbauermeister Torsten Folke aus Leer (Kehrbezirk Stadt Leer).

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