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Das Präsidium des Handwerks: Präsident Albert Lienemann (Mitte) mit Arbeitnehmer-Vizepräsident Jörg Klein (2.v.r) sowie die Arbeitgeber-Vizepräsidentin Imke Hennig (2.v.l.). Sie werden flankiert von Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga (l.) und seinem Stellvertreter Jörg Frerichs (r.).

Handwerk in Berufsausbildung gestärkt

Parlament des Handwerks verabschiedet in 47 Ausbildungsberufen neue Satzungen zur Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung.

Ostfriesland. Mit der Herbst-Vollversammlung des neu gewählten Parlaments der Handwerkskammer für Ostfriesland hatten die 15 anwesenden Arbeitgeber- und sieben Arbeitnehmer-Vertreter eine Marathon-Sitzung vor sich. Unter Leitung von Präsident Albert Lienemann wurden in 47 Ausbildungsberufen neue Satzungen zur Regelung von Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen (ÜLU) beschlossen. Außerdem verabschiedete das Gremium am Dienstag im Hotel am Schloss in Aurich den Jahresabschluss 2014 der Kammer sowie die Wirtschaftssatzung 2016.

In seinem Grußwort verurteilte Präsident Lienemann die Terroranschläge in Paris als Angriff auf die Demokratie. Er appellierte an die Mitglieder, tolerant gegenüber den Menschen zu sein, die vor diesen Attentaten aus ihren Heimatländern geflohen seien. „Wo das Handwerk helfen kann, bringen wir uns ein“, sagte er. Weiter berichtete Albert Lienemann von seiner Amtseinführung sowie der Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen und Sitzungen, wie etwa in Bauausschüssen, Prüfungskommissionen oder Innungsversammlungen. „Das ostfriesische Handwerk hat auf Landesebene einen sehr guten Ruf“, berichtete Lienemann. So lange die Selbstverwaltung des regionalen Handwerks weiterhin wirtschaftlich so gut dastehe, „sind wir auf einem sehr guten Weg“. Mit Blick auf die Tagesordnung bekräftigte er: „Unser Wirtschaftszweig ist einer der größten Ausbilder der Region.“ Die Handwerkskammer sei dabei ein fester Bestandteil des dualen Ausbildungssystems, welcher die Berufsvielfalt und
-qualität sicherstelle.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer mit der Verbesserung der ÜLU nach Richtlinien des Heinz-Piest-Institutes in Hannover beschäftigt. In den neuen Satzungen wurden Ort, Dauer und Zeitpunkt der Kurse beispielsweise für die Friseure, Tischler, Maurer,  Straßenbauer oder Kfz-Mechatroniker festgelegt. „Die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe, Ausbilder und Auszubildenden nehmen ständig zu. Besonders kleine und mittlere Handwerksunternehmen können deshalb nicht mehr alle dem Berufsbild entsprechenden Spezialkenntnisse und Hightech- Fertigkeiten vermitteln“, erklärte Lienemann. Diese Lücke schließt die überbetriebliche Ausbildung, die in der Regel in den Berufsbildungszentren der Handwerkskammern angeboten werden.

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