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In der Tischlerei tauschten sich die Frauen aus. Hinten Susanne Smid im Gespräch mit Tina Lienemann von der Lienemann Wärmetechnik GmbH in Holtrop. Vorne von rechts Elke Schmidt (Bernfred Schmidt Elektrotechnik, Norden), Carmen Pokolm (Team-Bau GmbH in Westerholt ), Elke Ubben (UFA Ofen-Baukeramik GmbH in Aurich).

Kein Tabuthema mehr

Bestatterin Susanne Smid öffnete für Frauen aus dem Handwerk ihr Institut und den Baubetrieb in Westerende-Kirchloog.

Ostfriesland. Susanne Smids Arbeit ist nicht leicht. 24-Stunden Bereitschaftsdienst, Anrufe mitten in der Nacht. Menschen, die in Not sind, denen sie als eine der ersten Kontaktpersonen im Sterbefall zur Seite steht. Für die Leiterin des Bestattungsinstituts Smid in Westerende-Kirchloog ist es Arbeitsalltag und „eine wichtige Aufgabe, die nicht tabuisiert werden darf“. Für das Handwerkerinnenfrühstück hat die Unternehmerin Tür und Tor des Familienbetriebes, der Smid Bau GmbH mit angeschlossenem Bestattungsinstitut, geöffnet und Einblicke in ihre Arbeit gezeigt.

Die Handwerkskammer für Ostfriesland hatte Unternehmerinnen, Meisterinnen und Gesellinnen eingeladen. „Wir wollen, dass sich Frauen aus dem Handwerk stärker untereinander vernetzen und austauschen“, erklärte Betriebsberaterin Svea Wagner, die im Anschluss an die Besichtigung einen Vortrag zum Thema Empfehlermarketing hielt. Angelika Eilts, Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk Aurich/Stadt Emden, nutzte das Treffen, um die Arbeit ihres Verbandes vorzustellen. Danach führte Susanne Smid gemeinsam mit Ehemann Thomas durch den Betrieb, der sich zu gleichen Teilen aus Tischlerei und Bauunternehmen zusammensetzt. „Wir machen alles rund ums Haus“, erklärte sie. Neubau und Modernisierung, Türen und Fenster, Innenausbau, Bodenbeläge, Möbel und Küchen – der 30 Mitarbeiter starke Betrieb ist vielseitig aufgestellt. Ihre Haupttätigkeit liegt aber im Bestatterwesen.

Aus dem Tischlerhandwerk heraus hat sich das mittlerweile seit mehr als 60 Jahren bestehende Bestattungsinstitut Cornelius Smid entwickelt. Als ein Nachfolger für die Arbeit der Schwiegereltern gesucht wurde, „bin ich da so hineingewachsen“, sagte die Unternehmerin. Mit der Ausbildung zur Fachwirtin im Bestatterwesen hat sie 2009 die Leitung dann vollends übernommen. Mittlerweile gehört der Umgang mit dem Sterben und dem Tod für die geprüfte Bestatterin „zum gesellschaftlichen Leben dazu“. Deswegen legt Susanne Smid auch jedem ans Herz, eine Vorsorgeberatung zu besuchen, um im Trauerfall die Angehörigen zu entlasten.

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