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Lothar Freese, Obermeister der Innung des Kfz-Handwerks für Ostfriesland, spricht sich für die moderne Dieseltechnik aus.

Kfz-Gewerbe geht mit Zuversicht ins neue Jahr

Lothar Freese, Obermeister der Innung des Kfz-Handwerks für Ostfriesland, zieht Bilanz zum Jahreswechsel.

Ostfriesland. „In bewegten Zeiten hat sich das Kraftfahrzeug-Gewerbe gut geschlagen. Das Autojahr 2015 brachte Zuwächse bei Neu- und Gebrauchtwagen“, blickt Lothar Freese (Aurich), Obermeister der Kfz-Innung für Ostfriesland, auf die Branchenentwicklung zurück. Die Werkstätten seien ordentlich ausgelastet gewesen. Für 2016 erwarte er eine stabile Geschäftsentwicklung. Laut dem Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute werden die Unternehmen kräftig in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investieren. Die Zinsen bleiben niedrig. Der private Konsum wird weiter zunehmen. Angesichts dieser Prognose dürfte sich der Automobilmarkt in Deutschland weiter positiv entwickeln, so Freese weiter.

Für das Jahr 2016 erwartet das deutsche Kfz-Gewerbe insgesamt 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen und rechnet mit 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen. Für das kommende Werkstattgeschäft prognostiziert die Branche ein gleichbleibendes Niveau. „Viel Aufklärungsbedarf bei den Kunden gab es durch den Skandal um manipulierte Emissionswerte. Im kommenden Jahr haben zahlreiche Autohäuser und Werkstätten die Rückrufaktion der betroffenen Fahrzeuge zu bewältigen“, erklärt Freese. Gleichzeitig bricht er eine Lanze für die moderne Dieseltechnik: „Für das Erreichen der europäischen Klimaschutzziele ist der Diesel unverzichtbar. Ohne den Verbrauchsvorteil lässt sich der für das Jahr 2020 verabschiedete CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer nicht einhalten. Das wissen auch die Kunden, sie hängen nach wie vor am Diesel. Das wird sich nicht schlagartig ändern.“

Eine andere große Herausforderung sei die Bewältigung des Zustroms von Flüchtlingen. Hier seien alle gesellschaftlichen Gruppen gefordert. Auch die Kfz-Innung für Ostfriesland und zahlreiche Innungsbetriebe brächten sich ein. „Das Kraftfahrzeuggewerbe hat schon immer Menschen aus anderen Kulturen integriert und ausgebildet“, sagt Lothar Freese. Wichtig sei vor allem, dass die Flüchtlinge sehr schnell die deutsche Sprache erlernten. Das sei die Voraussetzung zum Einstieg in ein zukunftsorientiertes Berufsumfeld.

So sei der Kfz-Mechatroniker die Nummer Eins der Ausbildungsberufe im Handwerk. Das zeige sich auch in der Kfz-Innung für Ostfriesland. Zum neuen Ausbildungsjahr starteten 153 junge Menschen ihre technische oder kaufmännische Ausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten. „Autoberufe sind und bleiben attraktiv, die Bewerberzahlen sind stabil“, berichtet der Obermeister.

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