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Im Enercon-Besucherzentrum erklärte Petra Redenius-Hinze (vorne links) den Meisterinnen und Meistern die Konstruktion von Windkraftanlagen.

N.O.M. nimmt Fahrt auf

20 Mitglieder des Netzwerkes Ostfriesischer Meister besichtigten das Enercon Besucherzentrum und die KTA-Rotorblattfertigung in Aurich.

Ostfriesland. Das Netzwerk Ostfriesischer Meister, kurz N.O.M, hat sich kürzlich zu einer Betriebsbesichtigung des Windkraftanlagenherstellers Enercon in Aurich getroffen. Die Führung startete im Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrum. Ausgestattet mit Sicherheitswesten für den späteren Rundgang im Nachbargebäude der Rotorblattfertigung „Kunststofftechnologie Aurich“ (KTA) führte Petra Redenius-Hinze die 20 Teilnehmer durch das Besucherzentrum von Enercon.

An den Exponaten stellte sie anschaulich die Entwicklung der Windkraftanlagen von den Anfängen in den 80er Jahren bis zu aktuellen Modellen wie der E 101 dar. Außerdem erläuterte sie den Aufbau der Windkraftanlagen. Verriet, wie viel Luftfahrttechnologie in der Flügelproduktion steckt und was sich die Ingenieure von der Tierwelt abgeschaut haben. Beispielsweise sind die Flügel der E 101 am Ende wie die Federn eines Adlers leicht geschwungen, um Geräusche zu vermeiden. „Wissen Sie auch, wofür die Firmenbezeichnung steht“, fragte Petra Redenius-Hinze in die Runde. Enercon setzt sich aus dem englischen Begriff „energy converter“, Energiewandler, zusammen. Die Anlagenbezeichnungen E 101 beispielsweise stehe für den Durchmesser des Rotors, gemessen in Metern.

Diese Zahl bescherte dem Gebäude der Rotorblattfertigung KTA auch die enormen Ausmaße von 500 Metern Länge, 100 Metern Breite und einer Höhe von 30 Metern. Während des Rundgangs konnten die Meister den Mitarbeitern bei der Verarbeitung der Glasfasermatten über die Schulter schauen und Schritt für Schritt, auch in luftiger Höhe, miterleben, wie die Rotorblätter vom ersten Materialbündel bis zum Schleifen und Lackieren in der riesigen Lackierstraße produziert werden. Rund 700 Mitarbeiter fertigen in zwei Schichten die rund 50 Meter langen Rotorblätter der E 101 in einem Guss. Nach den Ausführungen von Redenius-Hinze werden drei Flügel in 10 000 Arbeitsstunden produziert. Die fertige Anlage E 101 habe einen Wert von 7,5 Millionen Euro und amortisiere sich in acht bis zehn Jahren. Entwickelt wurde die Windkraftanlage für windstarke Gegenden, wie sie hauptsächlich in Küstenregionen vorkommen. „Mit dem speziell angefertigten ‚E-Ship 1‘ verschifft Enercon die Flügel von Emden aus in die ganze Welt“, erklärte Redenius-Hinze.

„Für uns war es als zweite Veranstaltung ein gelungener N.O.M.-Auftakt“, bedankte sich Johannes Best, stellv. Leiter des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer für Ostfriesland, im Namen des Netzwerkes. Meisterabsolventen der Handwerkskammer sind eingeladen, N.O.M. kostenfrei beizutreten. Mitglieder profitieren von Fachvorträgen und Beratungsleistungen.

Nähere Informationen gibt es von Tina Lüken, Telefon 04941 1797 -97.

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