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Kämpften um den Landessieg (von links): Stefan Hilker aus Bremen (4.Platz), Kevin Ryo Shibata aus Hannover (2. Platz), Marten Krzatala aus Moormerland (1. Platz), Jan-Eric van Well aus Adelebsen (3. Platz), Mats Philipp Keitemeier aus Nahrendorf (5. Platz).

Moormerländer gewinnt Kfz-Landessieg

In der Handwerkskammer traten die fünf besten Gesellen im Kfz-Handwerk des Jahrganges 2016 aus Niedersachsen gegeneinander an.

Ostfriesland. Neuer Landessieger im Leistungswettbewerb des Kfz-Handwerks ist Marten Krzatala (24) aus dem Moormerland. Er hat in diesem Jahr die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker im Autohaus Scholber Cars & Classics in Neermoor (Moormerland) abgeschlossen. Gemeinsam mit vier weiteren Kontrahenten aus ganz Niedersachsen trat er in der Ausbildungswerkstatt der Handwerkskammer für Ostfriesland an. Den zweiten Platz belegte Kevin Ryo Shibata (23) aus Hannover vom Autohaus Ernst Lindmüller in Wedemark (Hannover). Dritter wurde Jan-Eric van Well (24) aus Adelebsen. Er wurde ausgebildet in der Karosserie- und Fahrzeugtechnik Michael Kramer in Dransfeld (Göttingen).

Detlef Schlue, Technischer Berater des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, versicherte: „Hier treten die Besten der Besten gegeneinander an.“ Der Landesinnungsverband richtete den Wettbewerb gemeinsam mit dem Berufsbildungszentrum in Aurich aus. An sechs Stationen hatte Werkstattleiter Holger Wulf knifflige Fehler eingebaut. Vor einer Jury mussten die frisch gebackenen Gesellen ihr Geschick mit der Fahrzeugelektronik und den Diagnosegeräten in den Aufgabenfeldern Klimaanlage, Abgassystem, Beleuchtungsanlage, Motorsteuerung und Signalaufnahme beweisen. Auch ein Fahrzeug wurde für eine Hauptuntersuchung präpariert. Die Zeit, um alle Mängel zu finden, war mit 20 Minuten knapp bemessen. Die Prüflinge standen an den sechs Stationen sichtlich unter Druck. Nach Holger Wulf war das auch so gewollt: „Der Schwierigkeitsgrad im Wettkampf liegt auf Meisterniveau.“ Die Fehlerdiagnose zähle zu einer der Königsdisziplinen im Kfz-Handwerk, erklärte Wulf, „da muss man mit Verstand rangehen.“

Insgesamt lagen die Ergebnisse sehr dicht beieinander. Kein Wunder. Alle Kontrahenten sind bereits in ihren Kammerbezirken die Besten ihres Fachs. Marten Krzatala legte seine Fach- und Praxisprüfung mit der Note „Gut“ ab und setzte sich gegen 107 andere Prüflinge in Ostfriesland durch. Auf die Frage, warum er denn so gut sei, antwortete er verschmitzt: „Durch viel Blut, Schweiß und Tränen.“ Er habe für die Berufsschule viel gelernt. Aber auch im Betrieb dürfe er in allen Bereichen mit anpacken. Ein Standbein der Werkstatt ist die Reparatur und Instandsetzung von Oldtimern. So durfte Krzatala bereits eine Corvett C 3, einen Ford Mustang 66 oder einen VW Bulli T2 wieder straßentauglich machen. Mit dem Landessieg hat der Geselle gute Chancen auf ein Stipendium der Stiftung für Begabtenförderung im Wert von 6000 Euro. Die Schulbank für die Meisterprüfung drückt er bereits nach Feierabend.

Die nächste Etappe ist für ihn nun der Bundeswettbewerb am 11. November in Freiburg. Gewinnt Martin Krzatala dort den Bundessieg, hat er sich ein Ticket für die Europameisterschaften „EuroSkills“ verdient.

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Die Platzierungen der Kraftfahrzeugmechatroniker im Abschlussjahrgang 2016

1. Platz / Handwerkskammer für Ostfriesland: Marten Krzatala (24) aus Moormerland von Scholber Cars & Classics GmbH in Moormerland

2. Platz / Handwerkskammer Hannover: Kevin Ryo Shibata (23) aus Hannover vom Autohaus Ernst Lindmüller GmbH in Wedemark

3. Platz / Handwerkskammer Hildesheim: Jan-Eric van Well (24) aus Adelebsen von der Karosserie- und Fahrzeugtechnik Michael Kramer in Dransfeld

4. Platz / Handwerkskammer Oldenburg: Stefan Hilker (24) aus Bremen vom Autohaus Engelbart GmbH & Co. KG in Delmenhorst

5. Platz / Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade: Mats Philipp Keitemeier (21) aus Nahrendorf von Werner Meyer Motoreninstandsetzungen GmbH & Co. KG in Bleckede