Die Handwerkskammer für Ostfriesland mit ihrem Berufsbildungszentrum wird auch für die Zukunft das innovative Dienstleistungszentrum für die ostfriesischen Handwerksbetriebe und ihre Mitarbeiter sein. ©HWK

Als Dienstleister gut aufgestellt

Vollversammlung stimmte der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 zu.

Aurich. Die Handwerkskammer für Ostfriesland wird als Dienstleister für das Handwerk auch in Zukunft gerüstet sein. Die Vollversammlung stimmte am Montag der mittelfristigen Finanzplanung für die kommenden fünf Jahre einhellig zu. Darin werden die finanziellen Mittel für umfangreiche Investitionen bereitgestellt. "Das Handwerk ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Ostfriesland und wir stehen für Betriebe und Mitarbeiter zur Verfügung", betonte Präsident Albert Lienemann (Holtrop).

Das Parlament des Handwerks, dem Meister und Gesellen angehören, tagte mit der Frühjahrsversammlung in Köhlers Forsthaus. Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga erläuterte die Eckdaten der mittelfristigen Finanzplanung, die für die nächsten fünf Jahre fortgeschrieben wird. Demnach sind in dem Zeitraum von 2018 bis 2022 Erhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen für rund 3,2 Millionen Euro vorgesehen. "Es geht uns darum, einen  Investitionsrückstau zu vermeiden und Gebäude und Ausstattung des Berufsbildungszentrums und der Verwaltung auf dem technisch aktuellen Stand zu halten," sagte der Kammerchef.

In einem ersten Anlauf von 2010 bis 2012 hatte die Handwerkskammer ihre Liegenschaften auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht. "Das war eine richtige und wichtige Maßnahme", versicherte Kromminga. Der Energieverbrauch habe sich dadurch von rund 2 Millionen Kilowattstunden auf rund 800.000 Kilowattstunden jährlich verringert. Zudem galt es, das Berufsbildungszentrum für die technologischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts fit zu machen. Stichpunktartig  nannte er die E-Mobilität, Energieeinsparung, CNC-Technik in Holz- und Metalltechnik, die Digitalisierung in vielen Handwerksbereichen und das vernetzte Handwerk 4.0.

Kammerpräsident Lienemann hatte eingangs auf die gute Konjunktur im ostfriesischen Handwerk hingewiesen. Die ostfriesischen Betriebe melden Umsatzsteigerungen und volle Auftragsbücher. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus investierten viele Ostfriesen in ihre Eigenheime. "Das führt mitunter zu Wartezeiten beim Neu- und Ausbau, aber auch bei Sanierung und Modernisierung im Bestand", warb Lienemann bei der Handwerkskundschaft um Verständnis. Die Unternehmen sind im Durchschnitt siebeneinhalb Wochen im Voraus ausgelastet. Verschärfend käme hinzu, dass gut ausgebildete Fachkräfte in vielen Handwerksberufen Mangelware seien. "Der Arbeitsmarkt ist leergefegt". so der Kammerpräsident.

Mit der Verabschiedung einer Reihe von Anordnungssatzungen zur überbetrieblichen Ausbildung der Lehrlinge in sieben Berufsfeldern und Regularien hakte die Vollversammlung ein Pflichtprogramm ab.  


2610 Zeichen