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Aus- und Weiterbildung während der Coronakrise

Wie sich die Pandemie auf das Berufsbildungszentrum und den Ausbildungsablauf auswirkt, stellen wir hier zusammen. Nutzen Sie bitte auch den direkten Draht zu Ihren Ansprechpartnern.

BBZ startet stufenweise den Unterricht

Das Berufsbildungszentrum in Aurich nimmt unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln nach und nach den Betrieb wieder auf.

Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung startet als Erste. Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, dass alle Azubis, die ihre Ausbildung im Sommer regulär beenden, auch geprüft werden können. Mittlerweile werden auch die Meisterkurse und Weiterbildungsmaßnahmen fortgeführt und terminiert.

Bis zum Normalbetrieb kann es noch dauern. Immer vorausgesetzt, dass das Infektionsgeschehen sich weiterhin zufriedenstellend entwickelt und die Lockerungen nicht wieder zurückgefahren werden müssen.

Wir bereiten uns mit besonderer Sorgfalt vor und sorgen dafür, dass alle gebotenen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können.

Daher appellieren wir an alle: Halten Sie sich an die Vorgaben. Lassen Sie uns zusammen dafür sorgen, dass das Ansteckungsrisiko möglichst gering bleibt und ein erneutes Schließen unserer Bildungseinrichtung vermieden werden kann.

Alle aktuellen Informationen stellen wir umgehend auf unsere Webseite und auf unseren Social Media Kanälen (Facebook und Instagram). Bitte informieren Sie sich.

Traute Köster
Sachbearbeiterin für Überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen

Telefon 04941 1797-42
Telefax 04941 1797-14
t.koester@hwk-aurich.de

Die überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen (ÜLU) laufen seit dem 4. Mai wieder unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

 

Wir weisen die Auszubildenden explizit darauf hin, dass bei Ausfall der ÜLU-Maßnahmen die Ausbildung im Ausbildungsbetrieb fortgesetzt wird.

Bitte beachten Sie die wegen der Corona-Pandemie erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln und halten Sie diese unbedingt ein!

 

 

  1. Sollten Sie vor Lehrgangsbeginn bei sich selbst allgemeine Krankheitszeichen (Fieber, Husten, Halskratzen, Gliederschmerzen oder Durchfall) feststellen, haben Sie unter allen Umständen dem ÜLU-Lehrgang fernzubleiben, um ein potentielles Ansteckungsrisiko weiter zu minimieren.
     
  2. Sollten Sie aufgrund gesundheitlicher Bedenken kurzfristig nicht an dem ÜLU-Lehrgang teilnehmen können, melden Sie sich bitte vor Lehrgangsbeginn ab. Sie können dann an einem anderen Termin teilnehmen.
     
  3. Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander! Dies gilt während Ihres gesamten Aufenthalts auf dem Gelände der Handwerkskammer für Ostfriesland – auch in den Pausen! Auf den Fluren in den Gebäuden gilt ein Rechtsgehgebot!
     
  4. In den Werkstätten, in denen der Abstand von 1,5 Meter nicht uneingeschränkt eingehalten werden kann, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zu tragen. Die entsprechenden Schutzmasken werden Ihnen vom Berufsbildungszentrum zur Verfügung gestellt.
     
  5. Tauschen Sie keine Handwerkzeuge, Schreibutensilien oder Lebensmittel untereinander aus!
     
  6. Ein Außer-Haus-Verkauf wird durch den Kantinenpächter „Mittmann“ mit einem eingeschränkten Angebot gewährleistet – die Bezahlung ist bargeldlos mit der EC-Karte möglich. Das Betreten der Kantine ist nur mit Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) erlaubt. Der Verzehr von Speisen und Getränken innerhalb eines Umkreises von 50 Metern zur Kantine ist untersagt (§6 Abs. 1 der Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus).
     
  7. Beachten Sie die allgemeinen Hygieneregeln: Hände richtig und regelmäßig waschen! Hände möglichst aus dem Gesicht fernhalten. Niesen oder Husten Sie wenn nötig in die Armbeuge.
     
  8. Hand-Desinfektionsmittel wird Ihnen durch Ihren Lehrgangsleiter zur Verfügung gestellt.
     
  9. Aufgrund eines Allgemeinerlasses besteht derzeit keine Möglichkeit der Übernachtung in der Jugendherberge Aurich.
     
  10. Der Zutritt zu Gebäude A (Verwaltung Handwerkskammer) und Gebäude D (Verwaltung Berufsbildungszentrum) ist untersagt. In dringenden Fällen ist die telefonische Kontaktaufnahme unter der Rufnummer 04941 1797-0 möglich.

Alle Meistervorbereitungslehrgänge und Prüfungen laufen nach und nach seit dem 11. Mai 2020 wieder an. Sobald die Nachholtermine bekannt sind, werden die Teilnehmer benachrichtigt. Online sind Termine hier einsehbar.

Unsere Fort- und Wieterbildungskurse sind ab dem 11. Mai 2020 wieder angelaufen. Sobald die Nachholtermine bekannt sind, werden die Teilnehmer benachrichtigt.

ÜLU-Lehrgänge, die nicht stattfinden, verursachen bei den Betrieben keine Kosten. Genauso wie Weiterbildungskurse bei den Teilnehmer. Meisterkurse werden nur verschoben. Der Unterricht wird nachgeholt. Das hat keinen Einfluss auf die Lehrgangsgebühr.

Ausbildungs- und Übernahmeprämie für neue Ausbildungsverträge

Das Bundeskabinett hat Eckpunkte für das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" verabschiedet.  Kleine und mittlere Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, sollen demnach für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro nach Ende der Probezeit erhalten.

Solche Unternehmen, die das Angebot sogar erhöhen, sollen für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro erhalten.

Kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Ausbildungsaktivität trotz Corona-Belastungen fortsetzen und Ausbilder sowie Auszubildende nicht in Kurzarbeit bringen, sollen eine Förderung erhalten.

Kleine und mittlere Unternehmen, die die Ausbildung im Betrieb nicht fortsetzen können, sollen die Möglichkeit einer vorübergehend geförderten betrieblichen Verbund- oder Auftragsausbildung erhalten. Die Details der Durchführung einer solchen Verbund- oder Auftragsausbildung werden im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung erörtert.

Betriebe, die zusätzlich Auszubildende übernehmen, die wegen Insolvenz ihres Ausbildungsbetriebs ihre Ausbildung nicht fortsetzen können, sollen entsprechend der gemeinsamen Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung vom 26.5. eine Übernahmeprämie erhalten.

Das Handwerk hofft, dass die verabredeten Maßnahmen zur Unterstützung der Ausbildungsbetriebe nun zeitnah, zielgenau und bürokratiearm bei den Ausbildungsbetrieben ankommen. Mit genauen Angaben zur Antragsregelungen ist erst in den nächsten Wochen zu rechnen. Wir werden informieren.

Einstellen von Insolvenzauszubildenden

Wenn der Ausbildungsbetrieb eines Auszubildenden aufgrund der Coronakrise Insolvenz beantragen muss und der Auszubildende dadurch seinen Ausbildungsplatz verliert, dann kann der neuaufnehmende Ausbildungsbetrieb seitens der NBank   Zuschüsse für die Fortführung der Ausbildung beantragen. Hilfestellung gibt auch die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer.

Ausbildungsablauf

Pragmatische Vereinbarungen sind – sofern möglich – zu finden, um Ausbildungsverhältnisse zu halten. Für handwerkliche Ausbildungsberufe ist eine Ausbildung im Homeoffice nur für kürzere Zeiträume denkbar, da die praktische Ausübung von handwerklichen Tätigkeiten im Mittelpunkt der Ausbildung steht.

Der Ausbildende hat gemäß der in § 14 Absatz 1 Nr. 5 BBiG festgelegten Fürsorgepflicht dafür zu sorgen, dass Auszubildende gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt werden. Im Fall einer möglichen Gesundheitsgefährdung des Auszubildenden – insbesondere bei einer nachweislich Corona-relevanten Vorerkrankung (vgl. Bestimmung der Risikogruppen gemäß Robert-Koch-Institut) – sollten individuelle Lösungen gefunden werden. Stellt der Ausbildende den Auszubildenden frei, hat er die Ausbildungsvergütung gemäß § 19 Absatz 1 Nr. 2b BBiG weiterzuzahlen.

Bisher sind solche Quarantänebestimmungen innerhalb Deutschlands nicht bekannt. Aber auch unabhängig davon sollte der Ausbildende mit Blick auf die ihm obliegende Fürsorgepflicht gemäß § 14 Absatz 1 Nr. 5 BBiG das Gefährdungsrisiko für den Auszubildenden möglichst gering halten und ihn nicht auf einer Baustelle in einem so genannten Corona-Risikogebiet einsetzen.

Die Ausbildung muss so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Dies ist u. U. für eine kürzere Zeit auch ohne Öffnung des Betriebes für Kunden möglich (Einzelfallbeurteilung). Ist die Ausbildung nicht mehr möglich, muss die Ausbildung ggf. ausfallen. In diesem Fall besteht die Pflicht zur Fortzahlung der Vergütung nach § 19 Absatz 1 Nr. 2a BBiG.

Nach derzeitigem Recht kann nach sechs Wochen, nachdem Kurzarbeit eingeführt worden bzw. die Ausbildung entfallen ist, ein Anspruch auf Zahlung von Kurzarbeitergeld für Auszubildende entstehen, siehe auch Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Kurzarbeitergeld. Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge längere Zahlungsfristen vorsehen.

Es kann überdies ein Recht zur außerordentlichen Kündigung durch den Betrieb entstehen, z. B. wenn eine Betriebsaufgabe geplant ist.

Ausfall des Berufsschulunterrichts

Der Freistellungstatbestand aus § 15 Absatz 1 Nr. 1 BBiG ist in der aktuellen Situation von längerfristig geschlossenen Berufsschulen nicht mehr ohne Weiteres gegeben. Auszubildende in dualen Berufsausbildungsverhältnissen sind im Falle von Berufsschulschließungen grundsätzlich verpflichtet, sich mit dem Betrieb abzustimmen, wie die Ausbildung ohne Präsenzunterricht in der Schule fortgeführt werden soll.

Ausbildungsbetriebe müssen dabei die Arrangements berücksichtigen, die Berufsschulen ggfs. getroffen haben, um Auszubildende aus der Distanz zu unterrichten (z. B. mit digitalen Lernplattformen oder durch häusliche Lernaufträge). Sofern ein entsprechendes didaktisches Lernarrangement besteht, kann dies als Berufsschulunterricht gesehen werden. Eine Teilnahme daran ist von den Betrieben zu ermöglichen. Es sollte deshalb eine angemessene Zeit für die Erfüllung der schulischen Lernaufträge entweder im Betrieb oder im häuslichen Umfeld zur Verfügung stehen.

Zur Thematik „Lernen zu Hause“ befasst sich die Regelung unter Nr. 3 :

Nein, die Prüfungsanforderungen sind in den Ausbildungsordnungen beschrieben und können nicht verändert werden. Besteht nach mehrwöchigem Unterrichtsausfall die Sorge, dass das Ausbildungsziel nicht erreicht wird, kann ein Antrag auf Verlängerung der Ausbildung nach § 27 c Absatz 2 HwO / § 8 Absatz 2 BBiG gestellt werden.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Nein. Mindestdauer bedeutet nur, dass der Vertrag bei Abschluss keine kürzere Dauer haben darf. Wenn dieser dann unplanmäßig früher endet, fällt damit der Anspruch nicht rückwirkend weg.

Eine Fortsetzung der EQ nach „Pause“ wegen Corona ist möglich. Es sei denn, der EQ-Vertrag wird – etwa durch Kündigung – beendet: Ein neuer EQ-Vertrag im selben Betrieb könnte dann nicht gefördert werden. (§ 54a Absatz 5 Satz 1 SGB III). Daher sollte sehr sorgfältig überlegt werden, ob ein Vertrag beendet oder nur „pausiert“ werden soll.

Die Bundesagentur für Arbeit kann die Praktikumsvergütung nur solange erstatten, wie der Betrieb diese zahlt bzw. zahlen muss. Eine Zahlung über das ursprünglich vorgesehene Ende des EQ-Vertrages hinaus (max. ein Jahr) kommt nicht in Betracht.

Die Handwerkskammer wird bei der Zertifizierung eine großzügige Handhabung an den Tag legen. Die tatsächliche Dauer der EQ sollte in jedem Fall im Zertifikat angegeben werden.

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Die Träger sollten darauf gezielt angesprochen und um Kontaktaufnahme auch zu Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungsstätten aufgefordert werden.

Die Präsenzpflicht kann, soweit Verlautbarungen der Bundesagentur für Arbeit bekannt sind, nach folgenden Maßgaben durch Distanzlernen ersetzt werden:

Das Online-Angebot muss zielgruppengerecht und im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten datenschutzkonform sein und den Maßnahmeinhalt im Wesentlichen abdecken können. Neben notwendiger Nachholung und Komprimierung von Maßnahmeinhalten können alternative, insbesondere digitale Lernformen wie beispielsweise e-Learning, Videotelefonie, virtuelles Klassenzimmer herangezogen werden, um den Teilnehmenden eine ortsunabhängige Kommunikation und Lernmöglichkeit bieten zu können. Sofern Bildungs- bzw. Maßnahmeträgern hierfür digitale Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sollten diese abfragen, ob Teilnehmende zu Hause über einen Internetzugang bzw. über die notwendige technische Ausstattung verfügen.

Ansprechpartner Ausbildung

Dieter Friedrichs
Ausbildungsberater

Telefon 04941 1797-58
Telefax 04941 1797-76
d.friedrichs@hwk-aurich.de

Nadine Czerlikowski

Telefon 04941 1797-12
Telefax 04941 1797-76
n.czerlikowski@hwk-aurich.de

Annika Ennen

Telefon 04941 1797-72
Telefax 04941 1797-40
a.ennen@hwk-aurich.de