Mit neuester Technik kann sogar die Haustür mit dem eigenen Fingerabdruck geöffnet werden.
© HWK/T. Freesemann

Per Fingerabdruck ins Haus

Tischlermeister Marco Zimmermann setzt als Jungunternehmer auf 3-D-animierte Zeichnungen und Türen mit moderner Schließtechnik.

Ostfriesland. Eine Eingangstür, die sich durch einen Fingerabdruck öffnen lässt und eine Wand voller Flachbildschirme. Ein Blick ins Büro von Marco Zimmermann zeigt: Der Tischlermeister hat keine Scheu vor technischem Equipment. Der 29-Jährige hat sich 2015 mit seiner Tischlerei Möbeldesign Zimmermann in Südbrookmerland selbstständig gemacht. Sein Ein-Mann-Betrieb ist auf den Innenausbau und die Herstellung von Holztüren mit moderner Schließtechnik spezialisiert.

 

Sein Vater weckte in ihm die Faszination fürs Holz. „Ich war mit etwa acht Jahre das erste Mal in der Tischlerwerkstatt“, erinnert der Betriebsinhaber sich. Schon früh stand fest: Für ihn kam nur eine Ausbildung im Handwerk in Frage. Um den Familienbetrieb übernehmen zu können, drückte er nach der Lehre für den Meistertitel erneut die Schulbank. Seine zweite große Leidenschaft, die Computertechnik, lässt der Jungunternehmer in seine Arbeitsstrukturen einfließen. Sowohl bei der Beratung als auch beim fertigen Produkt bietet Zimmermann seinen Kunden moderne Lösungen an.

Ein wichtiges Alltagsutensil ist sein Laptop. Darauf hat er unter anderem ein 3D-Programm installiert, mit welchem er Hausbesitzern einen 360-Grad-Umblick von ihren zukünftigen Zimmern zeigen kann. „Durch die Software kann ich den Kunden Einbauten in verschiedenen Farben und Größen schnell in ihren eigenen vier Wänden vorführen“, erklärt Zimmermann. So müssten sie sich nicht allein auf ihre Vorstellungskraft verlassen. Das Programm kann mit einer Virtual-Reality-Brille kombiniert werden. Das ist aber noch in Planung. „Wenn die Menschen sich zukünftig in virtuellen Realitäten bewegen, dann führt unser Weg dort auch hin“, betont der Meister. Um die neue Technik einzuführen, brauche es aber Zeit. Um das Programm vollends zu beherrschen, benötigte er ein halbes Jahr. Allerdings lohne sich die Zeitinvestition, da die Software die herkömmliche Planungsphase erheblich verkürze.

Nicht nur bei der Kundenberatung setzt der Meister auf Innovationen, auch in seinen Produkten verbirgt sie sich. „Kunden denken oft, Holztüren sind teuer oder man kann sie nicht mit modernen Schließmechanismen ausstatten, aber das stimmt nicht“, sagt er. Für seine Bürotür verwendet Zimmermann einen Fingerabdrucksensor. Daneben gibt es viele andere Möglichkeiten, ein Schloss zu öffnen. Beispielsweise mit einer App oder einem Transponder. Bei aller Technikliebe empfiehlt der junge Betriebsinhaber dennoch: „Ein zusätzliches mechanisches Schloss mit Schlüssel. Das kann bei technischen Störungen oder Stromausfall der einzige Weg ins Haus sein.“

Informationen unter www.holztischler.de

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