
Die besten Kfz-Mechatroniker Niedersachsens (rechts) mit den Juroren und den Wettkampfausrichtern (links).
© HWK / W. Feldmann
Wettkampf am Prüfstand
Thole Diekmann aus Westerstede ist bester Kfz-Mechatroniker Niedersachsens. In der Handwerkskammer für Ostfriesland traf sich der Schraubernachwuchs, um sich ein Ticket für die Deutsche Meisterschaft im Kfz-Handwerk auf Bundesebene zu sichern. Der Ostfriese Jannes Einnolf aus Neuschoo belegte den dritten Platz.
09. Oktober 2026
Ostfriesland. Thole Diekmann (20) aus Westerstede ist Landessieger in der Deutschen Meisterschaft des Kfz-Handwerks. Der frisch gebackene Kfz-Mechatroniker vom Autohaus Egon Senger in Westerstede trat gegen fünf Kontrahenten an. Die Handwerkskammern Niedersachsens hatten die besten Auszubildenden aus rund 2.000 Absolventen des Jahrgangs 2025/26 nach Aurich geschickt. Beim Wettkampf in der Kfz-Ausbildungswerkstatt des Berufsbildungszentrums (BBZ) galt es, die Fachpraxis unter Beweis zu stellen. Zweiter wurde Colin Schreurs (19) aus Wielen vom Kronemeyer Autohaus in Emlichheim. Den dritten Platz belegte Jannes Einnolf (23) aus Neuschoo von der Werner Brumm GmbH in Wittmund.
„Der Kfz-Nachwuchs hat ein hohes Leistungsniveau gezeigt“, gratulierte Thorsten Brändle, Technischer Leiter des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, während der Überreichung der Urkunden. Mit ihrer Teilnahme gehörten die Gesellen bereits zu den Gewinnern. Die Auszeichnung sei eine wertvolle Ergänzung für die Bewerbungsmappe, sagte Brändle. „Die Herausforderung war heute, mit dem Nichtalltäglichen zu arbeiten und um die Ecke zu denken“, kommentierte er den Wettkampf. Nicht jeder Betrieb könne beispielsweise aufgrund von Spezialisierungen alle Ausbildungsaspekte abdecken. Die überbetriebliche Ausbildungsstätte in Aurich sei auf den neuesten Stand der Technik und biete viele Gestaltungsmöglichkeiten. „Das macht den Wettbewerb so spannend“, so Brändle. Die Kfz-Mechatroniker hatten jeweils 20 Minuten Zeit für die kniffligen Fehlerdiagnosen an den Pkw. Diese hatte Lehrwerksmeister Holger Wulf vorbereitet. „Wir haben auf Meisterniveau geprüft. Da kamen einige ins Schwitzen. Aber alle Aufgaben waren machbar“, sagte der Kfz-Meister.
An insgesamt sechs Prüfstationen musste der Schraubernachwuchs sein Geschick im Umgang mit der Fahrzeugelektronik und den Diagnosegeräten beweisen. Abgefragt wurden die Aufgabenfelder Motorsteuerung, Hochvoltsysteme, Fahrlichtassistenzsysteme, Frontkameraeinstellungen, Signalaufnahme und CAN-Bus-Diagnose. Beispielsweise wurde an einem Audi R8 die Sensorik der Lichtsteuerung so verändert, dass der Gegenverkehr bei Nachtfahrten geblendet wird. Mit einem Gutmann-Tester sollten die Prüflinge den Fehler finden. An einem VW T-Roc musste die Kamera neu kalibriert werden und bei einem Elektrowagen war die Isolation zwischen der Karosserie und dem Hochvoltsystem defekt.
Mit dem Sieg hatte Thole Diekmann nicht gerechnet: „Ich kann es noch nicht ganz glauben“, sagte der Westersteder. Trotz großer Nervosität meisterte er alle Stationen souverän: „Der Druck war extrem hoch. Aber ich wollte es unbedingt schaffen.“ Seine Lieblingsdisziplin ist die Diagnose von Motorensystemen, also das Aufspüren von Fehlern an Motoren und deren Behebung. Von klein auf interessierte er sich für Fahrzeuge und wird dem Beruf auch weiterhin treu bleiben. Später möchte er den Meistertitel angehen. Zunächst wird er jedoch am Wettbewerb auf Bundesebene am 6. November in Koblenz teilnehmen. Dort kämpft er um ein Ticket für die Europameisterschaften im nächsten Jahr in Düsseldorf.
Den Meistertitel angehen, ist auch Jannes Einnolfs Plan. Ursprünglich wollte der Abiturient ein IT-Studium aufnehmen, merkte aber schnell: „Das ist nichts für mich!“ Er entschied sich, sein Hobby, an Fahrzeugen und Motorrädern zu basteln, zum Beruf zu machen. Für ihn war der Wettbewerb ähnlich wie die Gesellenprüfung aufgebaut. So konnte er in der Hochvolt- und Motorentechnik glänzen. „Bei der Signalaufnahme am Gutmann-Tester hatte ich nicht mehr alle Bilder im Kopf. Den benutze ich nur selten.“ Mit dem dritten Platz habe er nicht gerechnet und freut sich: „Mit jeweils wenigen Punkten Unterschied war es eine sehr knappe Kiste.“
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Sie sind die Besten ihres Fachs: Thole Diekmann (2.v.l.) ist Landessieger der Kfz-Mechatroniker. Zweiter ist Colin Schreurs (19) aus Wielen (l.). Den dritten Platz belegte Jannes Einnolf aus Neuschoo (3.v.l.). Vierter wurde Maurice Block (20) aus Ritterhude (2.v.r.). Max Müller (22) aus Hameln (3.v.r.) gewann die fünfte Platzierung. An sechster Stelle steht Felix Krampe (24) aus Steinheim (r.).
© HWK/W.Feldmann
Platzierungen der Wettkampfteilnehmer
1. Platz: Handwerkskammer Oldenburg
Thole Diekmann (20) aus Westerstede, Ausbildungsbetrieb: Egon Senger GmbH in Westerstede.
2. Platz: Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim
Colin Schreurs (19) aus Wielen, Ausbildungsbetrieb: Kronemeyer Autohaus GmbH in Emlichheim.
3. Platz: Handwerkskammer für Ostfriesland
Jannes Einnolf (23) aus Neuschoo, Ausbildungsbetrieb: Werner Brumm GmbH in Wittmund.
4. Platz: Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Maurice Block (20) aus Ritterhude, Ausbildungsbetrieb: Autohaus Gerken GmbH & Co. KG in Ritterhude.
5. Platz: Handwerkskammer Hannover
Max Müller (22) aus Hameln, Ausbildungsbetrieb: Meindl Fahrzeugbau GmbH in Hameln.
6. Platz: Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen
Felix Krampe (24) aus Steinheim, Ausbildungsbetrieb: Rudolf Vatterott GmbH in Holzminden.