Das Bild zeigt fünf Personen (von rechts): Prüfer Lutz Kampmann (Simonswolde), Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs, Vizepräsident Jörg Klein, Präsident Albert Lienemann und Gisela Hillers, Leiterin des Meister‐ und Fortbildungsprüfungswesens.

Das Ehrenamt im Gespräch (von rechts): Prüfer Lutz Kampmann (Simonswolde), Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs, Vizepräsident Jörg Klein, Präsident Albert Lienemann und Gisela Hillers, Leiterin des Meister‐ und Fortbildungsprüfungswesens.
© HWK/W.Feldmann

Auf Augenhöhe prüfen

Zahlreiche ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer sichern durch ihr Engagement den Fachkräftebedarf in der Region und garantieren ein faires und sicheres Prüfungsverfahren.

26. Januar 2026

Ostfriesland. Um einen wichtigen Lebensabschnitt im beruflichen Werdegang abzuschließen, ist immer das Bestehen einer Prüfung erforderlich. Im Handwerk beginnt es mit der Abschlussprüfung zum Gesellen oder zur Gesellin. Hat man diese Hürde genommen, kann darauf eine anschließende Fortbildung zum Meister folgen. Die Karrierewege sind vielfältig. Möglich machen dies die mehr als 200 ehrenamtlichen Akteure in 20 Gesellen-, neun Meister- und sechs Fortbildungsprüfungsausschüssen der Handwerkskammer für Ostfriesland.

Um ihnen für ihren Einsatz zu danken, veranstaltete die Selbstverwaltung des Handwerks einen „Tag des Ehrenamtes“ mit einem Fachvortrag von Diplom Sprechwissenschaftlerin Tomma Hangen aus Oldenburg und einem anschließenden Grünkohl-Buffet im Kammersaal in Aurich. „Unsere Selbstverwaltung ist unser höchstes Gut und funktioniert nur, weil viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sich mit jeder Menge Fachpraxis, Leidenschaft und Professionalität einsetzen“, begrüßte Präsident Albert Lienemann die rund 45 Gäste.

Ehrenamtliches Engagement für die Bildung

Die Aufgabe der Handwerkskammern ist es, Prüfungsausschüsse einzurichten, die sich um die Zulassung, Durchführung und die Abnahme der Prüfungen kümmern. Darunter Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Lehrervertreter, die sich aus persönlichem Antrieb und neben ihrem eigentlichen Beruf für die Aus- und Weiterbildung im Handwerk stark machen und ein faires und qualitativ hochwertiges Prüfungswesen sichern. „Nur mit dem freiwilligen Engagement können wir die uns auferlegten gesetzlichen Aufgaben erfüllen. Eine Selbstverwaltung, die weltweit einzigartig ist“, erklärte Lienemann.

Lutz Kampmann aus Simonswolde (Ihlow), Studienrat der BBS II in Emden und Kraftfahrzeugelektrikermeister, ist Mitglied im Meisterprüfungs- und Gesellenprüfungsausschuss für das Kfz-Handwerk. Berufsbegleitend unterstützt er das Berufsbildungszentrum in Aurich als Dozent in dem Gewerk. Als Lehrkraft gehören für ihn Prüfungssituationen zum Berufsalltag. Für ihn ist die Arbeit mit jungen Menschen sehr sinnstiftend, „sonst wäre ich auch kein Lehrer geworden“, sagt er. Als Mitglied in den Ausschüssen bleibe er immer „am aktuellen Puls der Zeit. Das bringt mich auch fachlich in meinem Berufsalltag weiter.“ Jede Prüfungssituation gehe er mit entsprechendem Erwartungshorizont und der nötigen Strenge an, „um die Qualität und Neutralität für alle Teilnehmenden zu gewährleisten“, so Kampmann weiter.

 Impulse für gelungene Kommunikation

 In ihrem Vortrag „Mit Stimme und Sprache überzeugen – Kommunikation mit großer Wirkung“, gab Tomma Hangen den Gästen einige Tipps für ihre Arbeit an die Hand. „Die Stimme und Sprache ist so bunt wie das Handwerk“, sagte Hangen. Variierende Stimmlage, Sprechweise und Körpersprache erzeugten unterschiedliche Eindrücke bei dem Gegenüber. Mit etwas Training könne die Stimme wie ein Instrument eingesetzt werden und Glaubwürdigkeit, Emotionen, Selbstdarstellung und Einstellungen transportieren. Ein ruhiges Sprechtempo beispielsweise, gepaart mit einer deutlichen Aussprache und einer offenen Körperhaltung, kann Fachfragen verständlicher vermitteln, als schnelles Sprechen in einer hohen Tonlage. Außerdem ist eine selbstbewusste Körperhaltung mit Blickkontakt und eine klare, wertschätzende Sprache auf Augenhöhe entscheidend für einen souveränen Auftritt. Am Ende gab es für die Gäste einige Atem- und Lautübungen mit auf den Weg, um für die nächsten Prüfungen gerüstet zu sein.

Das Bild zeigt Tomma Hangen, Sprechwissenschaftlerin und Rhetoriktrainerin während ihres Vortrages.

Tomma Hangen, Sprechwissenschaftlerin und Rhetoriktrainerin, verriet den Gästen einige Tipps für die Prüfungssituationen.
© HWK/W.Feldmann