KI generiert: Eine Gruppe von vier Personen posiert in einem Büro, wobei eine Person vorne eine Urkunde hält.

Ausbildungsberater Jörg Harms (r.), Betriebsinhaber und Ausbilder Daniel Krüger (2.v.r.) und Personalerin Marina Eschen (l.) gratulierten Lehrling des Monats David Frerichs (vorne) zur Auszeichnung.
© HWK/J. Stöppel

Auf Perfektion gepolt

David Frerichs aus Aurich begeistert als angehender Elektroniker mit Wissensdurst und Leidenschaft für seinen Beruf. Von der Handwerkskammer ist er zum Lehrling des Monats Mai ernannt worden.

29. Mai 2026

Ostfriesland. Wenn andere Feierabend machen, fängt David Frerichs oft erst richtig an. Dann scrollt der 23-Jährige durch YouTube-Videos, stöbert in verschiedenen Foren, gleicht das, was er gesehen hat, mit Fachbüchern ab und überlegt schließlich, wie sich das Gelernte wohl in die Praxis umsetzen lässt. Nicht weil er es muss – sondern weil er es will. „Wenn eine Aufgabe auf den ersten Blick unlösbar wirkt, dann wird es für mich erst richtig interessant“, sagt er. Dieser Antrieb hat ihn weit gebracht: Als angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im dritten Lehrjahr bei der „Krüger Elektrotechnik GmbH & Co. KG“ in Großefehn ist er so erfolgreich, dass er seine Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen konnte. Von der Handwerkskammer für Ostfriesland ist er dafür zum Lehrling des Monats Mai ernannt worden.

Jörg Harms, Ausbildungsberater der Handwerkskammer, kam persönlich nach Großefehn, um David seine Urkunde zu überreichen und ihm zu gratulieren. „Was Sie auszeichnet, ist nicht nur Ihr fachliches Können, sondern vor allem die Art, wie Sie es sich aneignen: Mit echter Neugier, Eigeninitiative und dem Anspruch, Dinge wirklich zu durchdringen – nicht nur zu erledigen. Das ist eine Haltung, die Sie weit bringen wird“, betont Harms. Auch Betriebsinhaber und Ausbilder Daniel Krüger, zeigte sich begeistert von seinem Schützling: „David beherrscht Dinge, die man von einem Lehrling im dritten Jahr eigentlich noch gar nicht erwartet. Und gleichzeitig merkt man, dass er seinen Wissensdurst noch lange nicht gestillt hat.“ Dass der Auricher komplexe Aufgaben angehe, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen und sie am Ende auch löse, sei keine Selbstverständlichkeit, so Krüger.

Die Krüger Elektrotechnik GmbH & Co. KG wurde 1995 von Daniel Krügers Vater – Elektromeister Hermann Krüger – gegründet und zählt heute mit rund 75 Mitarbeitenden, darunter etwa 15 Auszubildende, zu einem der größten Elektrobetriebe in der Region. Das Leistungsspektrum reicht von Industrieinstallationen und Photovoltaik über Netzwerktechnik bis hin zu Smart Home und Wasserwerksbau. Ausgebildet wird regelmäßig und strukturiert: Jeden Sommer starten etwa drei bis sechs Azubis ihre Lehre und alle fünf bis sechs Monate wechseln sie die Abteilung. „So sammeln sie Erfahrungen in ganz verschiedenen Bereichen und wachsen dabei auch menschlich, weil sie sich immer wieder auf neue Kolleginnen und Kollegen sowie neue Anforderungen einstellen müssen“, erklärt Krüger. Derzeit investiert der Betrieb außerdem in seine Ausbildungsinfrastruktur: Auf rund 500 Quadratmetern entsteht auf dem eigenen Betriebsgelände eine Ausbildungswerkstatt, in der die angehenden Elektroniker künftig üben und sich gezielt auf ihre Prüfungen vorbereiten können. Der Bau soll voraussichtlich noch dieses Jahr fertiggestellt werden.

Genau diese Vielfalt war es auch, die David Frerichs damals sofort begeistert hat. Nach seinem Abitur 2023 am Gymnasium Ulricianum in Aurich absolvierte er zunächst ein Berufsgrundbildungsjahr, in dessen Rahmen er ein Praktikum bei der Krüger Elektrotechnik durchlief. „Schon vom ersten Tag an war ich überwältigt von der Größe des Unternehmens und dem herzlichen Miteinander“, erinnert er sich. Aus zwei Probetagen wurden vier Wochen und schließlich ein Ausbildungsvertrag. Drei Jahre sind seitdem vergangenen und David befindet sich aktuell mitten in seinen Abschlussprüfungen. Den theoretischen Teil hat er bereits hinter sich. Den praktischen Teil legt er in wenigen Wochen ab. Über die Zeit nach seinen Prüfungen hat sich der ehrgeizige Handwerker auch schon Gedanken gemacht. „Stillstand liegt mir nicht. Deshalb habe ich mich direkt zur Meisterschule angemeldet. Wenn alles klappt, geht es 2028 los.“

Mit der Ehrung zum Lehrling des Monats weist die Handwerkskammer auf die Chancen und Perspektiven einer Ausbildung im Handwerk hin. Jeder Betrieb kann einen Vorschlag einreichen. Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.hwk-aurich.de/lehrling-des-monats. Ansprechpartner ist Jörg Harms, erreichbar unter Telefon 04941 1797-77 oder per E-Mail an j.harms@hwk-aurich.de.

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