Das Bild zeigt einen Mann, der ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck "Headbanging Handwerk" trägt.

Daniel Bigl ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied des neuen gemeinnützigen Vereins „Headbang Handwerk“.
© HWK/ W.Feldmann

Handwerk. Laut. Sichtbar.

Der neu gegründete Verein „Headbang Handwerk e.V.“ will die Arbeit hinter den Kulissen von Festivals sichtbar machen. Mit modularen Standkonzepten soll für das Handwerk zunächst auf Metal- und Rockfestivals geworben werden.

29. Oktober 2026

Ostfriesland. Eine Netzwerkrunde, eine Präsentation über Festival-Digitalisierung, ein paar lockere Sprüche und ein einfacher Gedanke, der später mit Gleichgesinnten weitergesponnen wird: „Lass uns einen Stand des Handwerks auf dem Wacken Open Air organisieren.“ Aus dieser Idee entstand vor zwei Jahren der neu gegründete Verein „Headbang Handwerk e.V.“ mit Sitz in Wardenburg. Daniel Bigl, Berater für Innovation und Technologie der Handwerkskammer für Ostfriesland, brachte das Projekt mit einem Heavy-Metal-T-Shirt während der Expertenrunde ins Rollen.

„Auf Festivals sehen die Besucher die Bühne, das Licht, die Stände, aber wer baut das alles? Alle sehen das Handwerk, aber sie übersehen es dabei. Das wollen wir mit Headbang Handwerk ändern!“, sagt er. Musikfestival, Stadtfest oder andere Großveranstaltungen: Überall dort kommen Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen zusammen. Sie erleben Gemeinschaft, tauschen sich aus und sind offen für neue Eindrücke. Hinter den Kulissen arbeitet ein breites Spektrum an Handwerkerinnen und Handwerkern, um diese Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Angefangen bei den Elektronikern und Anlagenmechanikern für SHK über die Gerüstbauer sowie den Licht-, Ton- und Videotechnikern bis hin zu den Friseuren, Bäckern und Bierbrauern. „Viele nutzen die Events bereits für Werbung. Warum also sollte das Handwerk nicht genau dort präsent sein?“, beschreibt der gelernte Schlosser und Maschinenbauingenieur den Grundgedanken.

Rund 35 Mitglieder und ein prominenter Beitritt

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Handwerksorganisationen, Bildungseinrichtungen und Partnern aus ganz Deutschland bildete sich eine Kooperationsgruppe, die den Ansatz in den folgenden zwei Jahren kontinuierlich weiterentwickelte. Am 1. Juni 2026 war es so weit: Die ersten acht Vereinsmitglieder trafen sich zur konstituierenden Sitzung im Old Inn in Oldenburg und wählten ihren Vorstand. Neben Daniel Bigl gehören ihm Melanie Stephan, Bereichsleiterin für Digitale Lernmedien am Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik e.V. (BFE) in Oldenburg und Ramon Meyer, ebenfalls BFE-Dozent für Elektrotechnik, an. Mittlerweile ist der Verein auf rund 35 Mitglieder gewachsen mit steigender Tendenz. Viele Kontakte konnten geknüpft werden. „Ganz besonders freut mich, dass Holger Hübner, der Mitbegründer des Wacken Open Air, uns beigetreten ist. Das ist schon eine Hausnummer“, erzählt Daniel Bigl.

KI generiert: Das Bild zeigt drei Personen, die entspannt auf schwarzen Sesseln sitzen und dabei lächeln.

Daniel Bigl (Mitte) mit Melanie Stephan (links) und Ramon Meyer (rechts) kamen zum Austausch in der Handwerkskammer für Ostfriesland zusammen.
© HWK/ V. Gronewold

Handwerk auf Festivals sichtbar machen

Erklärtes Ziel ist es, das Handwerk dort zu zeigen, wo Menschen begeistert werden: nicht mit klassischen Informationsständen, sondern mit Mitmachaktionen, innovativen Technologien, persönlichen Gesprächen und authentischen Einblicken in die Vielfalt des modernen Handwerks. Dabei sollen Impulse für Nachwuchsgewinnung, Öffentlichkeitsarbeit und gesellschaftliche Wahrnehmung gesetzt werden.

Metal- und Rockfestivals als Pilotfelder

In den letzten Monaten wurde fleißig um Mitglieder und Sponsoren geworben. Webauftritte und Social-Media-Kanäle sind online und erste kleinere Auftritte und Gespräche bei Musikveranstaltungen wurden bestritten. „Unsere Idee kommt gut an“, berichtet Bigl. Das erste Pilotfeld der Vereinsarbeit unter dem Leitgedanken „Handwerk. Laut. Sichtbar.“ sind Veranstaltungen aus der Metal- und Rockszene. Im nächsten Jahr soll das bis dahin modular entwickelte Standkonzept für große Veranstaltungen zum Tragen kommen: keine klassischen Infostände, keine Flyer-Schlacht, sondern Handwerk zum Erleben mit besonderen Mitmachaktionen der Vereinsmitglieder an flexiblen Ständen. Die gewonnenen Erfahrungen sollen helfen, Formate zu entwickeln, die sich auf weitere Veranstaltungen, Zielgruppen und Regionen übertragen lassen.

Das Bild zeigt eine Gruppe von sieben Personen auf dem Wacken Open Air Festival.

Auf dem Wacken Open Air 2026 erhielten die Vereinsmitglieder während der Backstage-Tour Einblicke in die beeindruckende Logistik des Festivals und in die vielfältigen Arbeiten hinter den Kulissen. Mit dabei Wacken-Mitbegründer Holger Hübner (Mitte).
© Headbang Handwerk

Wacken Open Air 2027 großes Ziel

„Highlight wird der Stand auf dem Wacken Open Air Anfang August sein“, sagt Bigl. Das Festival zieht jährlich rund 85.000 Besucherinnen und Besucher an und zählt zu den bekanntesten Musikevents weltweit. Der Verein rechnet mit einer Fläche von 75 Quadratmetern, hat gleichzeitig aber auch eine Option, auf bis zu 200 Quadratmetern zu erweitern. „Ein Traum wäre ein kleines Handwerkerdorf. Das muss aber auch erst einmal mit Inhalt befüllt werden“, berichtet Bigl weiter. Ob dies realisierbar sei, müssten die nächsten Monate zeigen. Zuvor testen die Mitglieder das Standkonzept im März auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Es folgen weitere Termine wie z.B. auf dem „Free for All Festival“ in Stapelmoor Anfang Juni, aber auch das „Rockharz Open Air“ in Ballenstedt hat bereits großes Interesse an der Idee bekundet.

Dem Verein können alle beitreten, die sich für die Sache interessieren, unterstützen wollen und sich dem Handwerk zugehörig fühlen. Interessierte können sich auf der Vereins-Webseite www.headbang-handwerk.com informieren.

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