Lutz Kampmann, Studienrat der BBS II in Emden, vermittelt sein Wissen gerne an jungen Menschen. Ehrenamtlich nimmt der Kraftfahrzeugtechnikermeister Prüfungen in der Handwerkskammer für Ostfriesland ab.

Lutz Kampmann, Studienrat der BBS II in Emden, vermittelt sein Wissen gerne an junge Menschen. Ehrenamtlich nimmt der Kraftfahrzeugtechnikermeister Prüfungen in der Handwerkskammer für Ostfriesland ab.
© HWK/W.Feldmann

Mit Weitblick in die Prüfung

Ihr Beitrag ist unbezahlbar: Die Handwerkskammer für Ostfriesland setzt viele ehrenamtliche Helfer in Prüfungsausschüssen ein. Lutz Kampmann aus Simonswolde (Ihlow), Studienrat der BBS II in Emden und Kraftfahrzeugelektrikermeister, ist Mitglied im Meisterprüfungs- und Gesellenprüfungsausschuss für das Kfz-Technikerhandwerk. Berufsbegleitend unterstützt er das Berufsbildungszentrum als Dozent in dem Handwerk.

26. Januar 2026

Wie sind Sie zu Ihrem Ehrenamt als Prüfer gekommen?
Als Studienrat an der BBS II unterrichte ich die Kfz-Mechatroniker/innen in der Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik und Pkw. Es zählt zu meinen Aufgaben, die Schülerinnen und Schüler auf die Gesellenprüfung vorzubereiten und diese abzunehmen. Die Rolle, als Lehrervertreter im Gesellenprüfungsausschuss mitzuwirken, ist damit eng verknüpft. Später wurde ich gefragt, ob ich als Dozent im Berufsbildungszentrum (BBZ) in Aurich in der Meisterausbildung unterrichten möchte. In das Ehrenamt für den Meisterprüfungsausschuss bin ich dann hineingerutscht.

Warum ist die ehrenamtliche Arbeit der Prüfer so wichtig?
Ohne den freiwilligen Einsatz der vielen Fachmänner und -frauen könnten die Prüfungen in dem Umfang nicht umgesetzt werden. Die Ausbildung würde sich enorm verteuern.

Warum übernehmen sie diese Aufgaben ehrenamtlich?
Die Arbeit mit jungen Menschen liegt mir am Herzen. Ich wäre kein Lehrer geworden, wenn es mir nicht wichtig wäre, Wissen zu vermitteln. In den Prüfungen kann ich die Früchte meiner Arbeit ernten.

Wie profitieren Sie persönlich beziehungsweise als Lehrer von dieser Tätigkeit?
Ich bleibe dadurch immer auf dem Laufenden. Das bringt mich fachlich in meinem Berufsalltag weiter. Prüfungssituationen decken auch Defizite in der Ausbildung auf, wenn die Azubis etwas nicht verstanden haben. Das kann ich im Unterricht anpassen und beispielsweise neue Modelle entwickeln.

Welche konkreten Aufgaben hat ein Prüfer?
Der Prüfungsausschuss sorgt dafür, dass die Prüfungen ordnungsgemäß durchgeführt und bewertet werden. Der Ausschuss bestimmt, wer zugelassen wird und erstellt die theoretischen und praktischen Prüfungsaufgaben. Von mir als „Erstprüfer“ werden alle Prüfungsleistungen abgenommen. Dabei werden wir tatkräftig von der Handwerkskammer unterstützt.

Was macht einen guten Prüfer aus?
Ich gehe mit einem Erwartungshorizont in die Prüfungssituation. Dabei ist eine gewisse Strenge notwendig, sonst funktioniert die Bewertung nicht. Fragen stelle ich mit Weitblick. Hat ein Prüfling beispielsweise einen Blackout, baue ich Brücken und gebe Denkanstöße. Wenn von dem Prüfling aber nichts kommt, sollte man nicht mit Nasenpul-Fragen nachhaken. Das bringt dann nichts.

Welchen Rat möchten Sie Prüflingen mit auf den Weg geben?
Das A und O ist, sich gut vorzubereiten. Ein Professor hat mir in meiner Ausbildung einmal den Rat gegeben: „Wenn Sie nachts von Ihren Prüfungsaufgaben träumen, dann haben Sie genug gelernt!“