KI generiert: Zwei Personen arbeiten zusammen an einem Tisch an einem kreativen Projekt, bei dem blaue Farbe auf Papier aufgetragen wird.

Rabea-Marie Pietrzak (15) aus Wiesmoor probiert die Kammzugtechnik in der Malerwerkstatt aus. Auszubildende Lara Vöge von der „Malerei mit Pfiff“ (Aurich) zeigt ihr, wie es geht.
© HWK/W.Feldmann

Start für die Talentschmiede

160 Schülerinnen und Schüler schnuppern Werkstattluft in der Handwerkskammer für Ostfriesland und der Kreisvolkshochschule Aurich. 18 Berufsfelder werden von den allgemeinbildenden Schulen der Region erkundet.

15. April 2026

Ostfriesland. Fleißig wird gefeilt, gesägt, gestrichen, gehämmert und gebohrt. Rund 160 Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule Wiesmoor und der Friederikenschule Großheide haben die Werkstätten der Handwerkskammer für Ostfriesland und der Kreisvolkshochschule Aurich (vhs) übernommen und tüfteln an ihren Projektarbeiten. Beispielsweise bauen sie einen Klappstuhl aus Metall als Handyhalterung, nehmen einen Ölwechsel am Fahrzeug vor, rüsten Fenster mit solarbetriebenen Rollläden nach oder probieren kreative Malertechniken aus. Während des einwöchigen Berufsorientierungsprogramms loten die Achtklässler ihre Talente und Stärken aus und schnuppern dabei in 18 Berufe hinein.

Frühe Orientierung gegen Ausbildungsabbrüche

„Mit unserem Konzept ‚Learning by doing‘, also dem simplen Ausprobieren an den Werkbänken, erhalten die 13- bis 15-Jährigen realistische Einblicke in die Arbeitspraxis“, berichtet Klaus Barghorn, Abteilungsleiter des Berufsbildungszentrums Technologie der HWK. Projektkoordinatorin Hilke Lüschen von der Kreisvolkshochschule ergänzt: „Abseits vom regulären Schulalltag können die Jugendlichen in neue Rollen schlüpfen, sich ausprobieren und zeigen, was sie draufhaben. Die positiven Rückmeldungen und Erfolgserlebnisse in der Praxis sind eine tolle Motivation für den Schulalltag." Die Aktion sei eine echte Erfolgsgeschichte. Aktuell könne die hohe Nachfrage von Schulen nicht komplett abgedeckt werden. Gefördert wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Ziel ist es, die jungen Leute frühzeitig für den Berufseinstieg vorzubereiten und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Was kann ich werden? Wie kann ich was werden? Und kann jeder alles werden? Die richtige Berufswahl zu treffen, ist gar nicht so einfach. „Manchmal beginnen Schulabgänger Ausbildungen, die weder ihren Neigungen entsprechen noch sonderliches Interesse auslösen. Mit der Berufsorientierung können wir realistische Ziele und auch Ausweichmöglichkeiten aufzeigen“, erläutert Barghorn weiter.

18 Berufsfelder und über 550 Teilnehmende

Drei Praxiswochen im April, Mai und November sind in diesem Jahr für mehr als 550 Schülerinnen und Schüler von insgesamt sieben allgemeinbildenden Schulen der Region vorgesehen. Von den 18 Berufsfeldern dürfen die Jugendlichen zwei auswählen und diese an jeweils zweieinhalb Tagen erkunden. Zur Auswahl stehen unter anderem die Bereiche Holztechnik, Hochbau, Farbe und Raumgestaltung, Metalltechnik, Kfz-Technik, Pflege, Hotel, Restaurant, IT oder Mediengestaltung. Die Lehrwerksmeister und Ausbilder bieten handlungsorientierte Übungen an. Zuvor führen die Lehrer mit den Schülern Potenzialanalysen durch, bei denen die Fähigkeiten und Neigungen für die Berufe erarbeitet werden. Am Ende des Programms erhält jeder ein Zertifikat für die erste Bewerbungsmappe.

Lehrwerksmeister und Auszubildende zeigten den 13- bis 15-Jährigen ihr Handwerk.