KI generiert: Eine Gruppe von Menschen posiert mit Zertifikaten in einem Raum mit Holztischen.

Nach drei Ausbildungsjahren haben sie ihre Lehrzeit erfolgreich bestanden. Es gratuliert der Prüfungsausschuss (v.r.) Mario Berger (BBS Wittmund), Lehrwerksmeister Uwe Herzich, Roland Böning (Tischlermeister) und Vorsitzende Sonja Hinz (BBS Wittmund). Es fehlt Kai Hahn (BBS Aurich).
© HWK/W.Feldmann

Talent mit Holz bewiesen

14 Auszubildende des Tischlerhandwerks haben ihre Abschlussprüfung erfolgreich im Berufsbildungszentrum in Aurich bestanden.

15. Juli 2026

Ostfriesland. In den vergangenen Wochen legten 14 Nachwuchshandwerker ihre Gesellenprüfungen im Berufsbildungszentrum (BBZ) der Handwerkskammer für Ostfriesland (Aurich) ab. In einer kleinen Abschlussveranstaltung erhielten sie ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse vom Prüfungsausschuss überreicht. Die Vorsitzende Sonja Hinz (BBS Wittmund) erhob die jungen Frauen und Männer in den Gesellenstand. „Tischler stellen individuelle und langlebige Produkte her. Dafür bedarf es kreativer Ideen für eine ansprechende Gestaltung, handwerklichen Geschicks, großer Präzision und individueller Detaillösungen. Vertrauen Sie auf Ihr Können und Wissen, das Sie in Ihrer Ausbildung erlernt haben. Es ist durch keine noch so moderne Technik zu ersetzen“, gratulierte Sonja Hinz.

Zwei Jahrgangsbeste mit Note „Sehr gut“ im praktischen Teil

Insgesamt 100 Stunden hatten die Auszubildenden für die fachpraktische Prüfung Zeit. Die Hauptaufgabe stellte die Anfertigung eines Gesellenstücks dar. Ein vor dem Prüfungsausschuss vorgelegter Entwurf für ein Möbelstück und ein bis zu 30-minütiges Fachgespräch entschieden, ob etwa eine Kommode, ein Nachttischschrank oder ein Schreibtisch den Prüfungsanforderungen entspricht. Danach konnten die angehenden Tischler anhand einer erstellten Zeichnung mit Materialliste und Arbeitsablaufplan an die Umsetzung gehen. Eine weitere Arbeitsprobe, ein Werktisch für Kinder, rundete die praktische Prüfung ab.

Besonders gewürdigt wurden Jannes Wollmann (33) aus Aurich von der Holzmanufaktur 4.0 in Südbrookmerland und Jantje de Buhr (21) aus Aurich von der Tischlerei Suntken in Aurich. Sie erzielten in ihren Gesellenstücken die Note „Sehr gut“ und schlossen ihre Ausbildung als Beste des Jahrgangs ab.

Die Tischlerausbildung haben bestanden:
Jantje de Buhr aus Aurich (Tischlerei Suntken GmbH, Aurich); Christian Dehne aus Aurich (Kreisvolkshochschule Aurich-Norden gGmbH, Berufliche Orientierung, Qualifizierung und Integration, Aurich); Ihno Elies aus Esens (Sinnex Produktion Deutschland GmbH, Schweindorf); Luca Sven Evert Heuermann aus Ihlow (Stadt Aurich); Lennard Homeyer aus Esens (Tischlerei Otto Müller GmbH, Aurich); Daniel Kalis aus Papenburg (Berufsfortbildungswerk Gemeinnützige Bildungseinrichtung des DGB GmbH (bfw), Leer); Dominic Sterger aus Rhauderfehn (Tischlermeister Waldemar Sterger, Rhauderfehn); Jule Talea Suntken aus Blomberg (Sinnex Produktion Deutschland GmbH, Schweindorf); Thies Eden aus Dunum (Tischlerei Feldmann GmbH, Wittmund); Martin Saadthoff aus Krummhörn (Bau- und Möbeltischlerei Weerts GmbH & Co. KG, Emden); Mirko Schönbohm aus Esens (Tischlerei Koopmann GmbH, Wittmund); Lukas Veers aus Norden (Trump Fertigungs- und Vertriebsgesellschaft mbH, Südbrookmerland); Jannes Wollmann aus Aurich (Holzmanufaktur 4.0 GmbH & Co. KG, Südbrookmerland); Björn Wybrands aus Moormerland (Pannhusen und Rademacher GmbH, Moormerland).

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KI generiert: Ein Mann präsentiert ein handgefertigtes Holzschubladenmöbelstück.

In seinem kleinen Beistelltisch hat Jannes Wollmann (Südbrookmerland) viel Arbeitszeit und Liebe zum Detail investiert.
© HWK/W.Feldmann

Tischlerhandwerk hat etwas Ursprüngliches

Jannes Wollmann (33), gelernter Verfahrenstechniker und frisch gebackener Vater, fertigte innerhalb von zwei Wochen einen kleinen Beistelltisch aus Eiche an. Dabei räucherte er die dunklen Teile wie Griffe und Verbinder mit Ammoniak. „Ich habe keine Stangenware verbaut“, sagte er. Herausfordernd wäre die Herstellung der geschwungenen Beine gewesen: „Sie sollten exakt identisch sein.“ Auch die Schwalbenschwanzverbindungen genau passend anzufertigen, wäre knifflig gewesen. Für ihn ist die neue Berufsrichtung genau richtig. „Das Tischlerhandwerk hat etwas ganz Ursprüngliches. Mit dem Werkstoff Holz kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen.“ Später kann er sich vorstellen, sich selbstständig zu machen. Vorerst möchte er noch Erfahrung sammeln.   

KI generiert: Eine Person präsentiert ein geöffnetes Möbelstück mit verschiedenen Werkzeugen.

Ihren Werkzeugschrank wird Jantje de Buhr (Aurich) in ihrem Wohnzimmer aufhängen.
© HWK/W.Feldmann

Werkzeughängeschrank mit Raffinessen

Jantje de Buhr (21) wollte etwas Zweckmäßiges bauen. Ihr Werkzeughängeschrank ist jedoch so edel geworden, dass sie überlegt, ihn im Wohnzimmer aufzuhängen. Die Werkzeuge sind sortiert verstaut und die wichtigsten griffbereit montiert. Eine Möbelklappe dient gleichzeitig als Werkbank, auf der sogar ein Werkzeugkasten abgestellt werden kann. Möglich macht dies ein Seilzug, „den ich zuvor noch nie verbaut habe“, berichtete die junge Frau. In die gleiche Schwierigkeitskategorie fallen die Schubladenführungen, die sie als Vollauszüge angefertigt hat. „Da hatte ich Bedenken, ob das alles funktioniert.“ Ihre Berufsrichtung deutete sich schon in der Kindheit an. „Als ich noch ganz klein war, habe ich schon mit dem Schnitzmesser gearbeitet.“ Auch für sie steht die kreative Seite des Berufs im Vordergrund: „Es ist großartig, was man alles aus Holz machen kann und wenn man das Ergebnis am Ende des Tages sieht.“