Die Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen und -präsidenten gemeinsam mit der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen und dem Ökumenischen Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen: HWK-Präsident Albert Lienemann (r.), Vizepräsident Jörg Klein (8.v.r.), Handwerkspastor Frank Waterstraat (hinten 4.v.l.), LHN-Vorsitzende Stephanie Wlodarski (vorne 3.v.l.), LHN Hauptgeschäftsführerin Dr. Hildegard Sander (vorne 5.v.l.).

© HWK/V. Heynen-Bilski

Vom Mut zum Morgen

Die Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen und -präsidenten der norddeutschen Handwerkskammern trafen sich in Aurich, um sich über Arbeitgeberattraktivität und Fachkräftesicherung im Handwerk auszutauschen.

03. Septembr 2026

Ostfriesland. Wie kann das Handwerk die Erfahrung langjähriger Beschäftigter bewahren und zugleich gute Perspektiven für die nächste Generation schaffen? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich die Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen und -präsidenten der norddeutschen Handwerkskammern während ihrer dreitägigen Studientagung Ende August in Aurich.

Unter dem Arbeitstitel „Vom Segen der Erfahrung und dem Mut zum Morgen“ hatten die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen e.V. (LHN) und der Ökumenische Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen in Niedersachsen ihre 16 Mitgliedskammern eingeladen. Gastgeber war Jörg Klein, Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer für Ostfriesland (HWK).

Stephanie Wlodarski (Hannover) begrüßte in ihrer Funktion als LHN-Vorstandsmitglied ihre Kolleginnen und Kollegen. Sie verwies auf die erfreuliche Entwicklung der Ausbildungszahlen und die robuste Wirtschaftslage im Handwerk. „Mit Blick auf die sich weiter verschärfende demografische Entwicklung und den damit verbundenen Herausforderungen besteht allerdings eine große Aufgabe darin, die Arbeitsfähigkeit und -freude der Mitarbeitenden während des gesamten Erwerbslebens zu sichern“, betonte sie.

Das konnten Jörg Klein und HWK-Präsident Albert Lienemann in ihren Grußworten bestätigen. Im Handwerk werde mit Menschen aus unterschiedlichen Generationen und unterschiedlicher Herkunft eng in einem Team zusammengearbeitet. Es sei aus diesem Grund wichtig, die Themen der Fachkräftesicherung und -entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, waren sie sich einig. „Sowohl für die Arbeitgeber- als auch für die Arbeitnehmerseite ist das Wohl der Mitarbeitenden von großer Bedeutung, nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch aufgrund der großen familiären Nähe im Handwerk“, ergänzte Vizepräsident Jörg Klein.

In mehreren Fachvorträgen befassten sich die Spitzenvertreter mit der altersgerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen, den Entlastungsmöglichkeiten durch KI, gesundheitserhaltenden Maßnahmen im Berufsalltag und verschiedenen Vermittlungshemmnissen am Arbeitsmarkt. Auch der Wissenstransfer zwischen den Generationen im laufenden Betrieb sowie beim Ausscheiden erfahrener Kolleginnen und Kollegen wurde thematisiert. Von der kirchlichen Seite überbrachte Sabine Schiermeyer, Regionalbischöfin des Sprengels Ostfriesland der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, ein Grußwort. Helge Preising, Pastor und stellvertretender Superintendent aus Aurich, hielt einen Vortrag zum Thema „Generationen als Geschenk“. Ein Dank der Organisatoren ging an die weiteren Referentinnen und Referenten Andrea Hunsche von der IKK classic, Tobias Berens vom BIT e. V.  – Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung, Daniela Ringenaldus von der Arbeitsagentur Emden-Leer sowie Frank Waterstraat als Handwerkspastor für die kirchliche Betriebsseelsorge.

„Die Herausforderungen einer sich schnell wandelnden Arbeitswelt sind groß“, resümierte Stephanie Wlodarski. Die Vorträge und die sehr intensive Diskussion verdeutlichten, dass sich die Betriebe gemeinsam mit den Mitarbeitenden den sehr dynamischen Veränderungen stellen müssten, auch mit der Unterstützung dritter Stellen. „Das gemeinsame Arbeiten an Verbesserungen stärkt nicht nur die Zufriedenheit im Team, sondern optimiert auch die innerbetrieblichen Prozesse. Eine Win-win-Situation“, sagte die Spitzenvertreterin.

Den Austausch nutzte der Pastor für die Arbeitswelt Frank Waterstraat von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, um sich vorzustellen. Er hatte das Amt im vergangenen Herbst von Hille de Maeyer übernommen. Zukünftig wird er gemeinsam mit Dr. Hildegard Sander, Hauptgeschäftsführerin der LHN, die Jahrestagung vorbereiten. „Der enge Schulterschluss zwischen Handwerk und Kirche macht das Wertefundament deutlich“, zeigten sich Sander und Waterstraat am Ende der Tagung mit den Arbeitsergebnissen sehr zufrieden.

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Zum Hintergrund

Die Studientagung wird einmal jährlich vorbereitet und geleitet von der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen e.V. (LHN), dem Ökumenischen Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen in Niedersachsen und einer ausrichtenden Handwerkskammer. Bundesübergreifend nehmen 16 Handwerkskammern daran teil. 

Die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen e.V. (LHN) nimmt als politische Vertretung die gemeinsamen Interessen der sechs niedersächsischen Mitgliedskammern auf Landesebene wahr. Mitgliedskammern sind die HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade, die HWK Hannover, die HWK Hildesheim-Südniedersachsen, die HWK Oldenburg, die HWK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und die HWK für Ostfriesland. Gemeinsam vertritt die LHN 87.000 Handwerksbetriebe und ihre 535.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Niedersachsen. 

Ökumenischer Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen
Dem Landesarbeitskreis (LAK) gehören Vertreterinnen und Vertreter der handwerklichen Spitzenorganisationen sowie aller evangelischen Kirchen und aller katholischen Bistümer in Niedersachsen an. Ein strukturierter und kontinuierlicher Austausch der Beteiligten vertieft die Verbundenheit zwischen Handwerk und Kirchen. Regelmäßige Treffen, Veranstaltungen und Tagungen bieten Raum für die Diskussion sozialethischer Fragestellungen.