Auf Baltrum sind Autos verboten. Deshalb müssen Elektrotechnikermeister Djure Folkers (l.) und sein Chef Sascha Gläske (r.) alles mit dem E-Bike samt Anhänger erledigen.
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Keine Zeit für Stillstand

Elektrotechnikermeister Djure Folkers aus Esens ist Handwerker aus Leidenschaft. In seiner Freizeit engagiert er sich ehrenamtlich beim THW.

Ostfriesland. Zielstrebig, gelassen und wissbegierig, das sind nur einige der Eigenschaften, die Elektrotechnikermeister Djure Folkers aus Esens wohl sehr gut beschreiben. Der 26-Jährige hat Anfang des Jahres seine Meisterprüfung im Berufsbildungszentrum (BBZ) der Handwerkskammer für Ostfriesland in Aurich abgelegt. Seine praktische Prüfung hat er als einer der Besten bestanden. „Ich bin der typische Bastler. Schon als Kind habe ich sämtliche elektronischen Geräte auseinandergenommen und wieder zusammengebaut. Das hat mich einfach fasziniert und interessiert“, erzählt er schmunzelnd. Eine andere Berufswahl kam für ihn deshalb nie infrage.

Das merkt man dem jungen Mann bis heute an, wenn er von seiner Arbeit im Unternehmen Elektro Gläske in Esens erzählt. Der Betrieb des Inhabers Sascha Gläske ist viel auf den ostfriesischen Inseln unterwegs, vor allem auf Baltrum. Durch die tideabhängigen Fährverbindungen und das Pkw-Verbot ist es nicht immer ein leichter Job. „Alles wird mit E-Bike samt Anhänger erledigt – bei Wind und Wetter. Das muss man mögen“, so Folkers. Viele Firmen scheuten aufgrund der verschiedenen Herausforderungen die Aufträge auf den Inseln. Für ihn mache genau das den Reiz aus. „Man muss beispielsweise bei der Materialbeschaffung flexibel sein und manchmal auch einfach umdisponieren können.“ Außerdem bringe das Inselleben jede Menge Abwechslung in seinen Arbeitsalltag. Denn neben Privatpersonen zählten auch viele Hoteliers zu ihren Kunden. „Von der kleinen Reparatur bis hin zum Neubau ist alles dabei“, sagt er. Ein weiterer Bonus sei außerdem das familiäre Verhältnis zu den Insulanern.

Abwechslung, sich weiterentwickeln, neue Herausforderungen suchen –  das waren für den gebürtigen Emder die Hauptgründe, 2017 den Meistertitel anzugehen. Und das noch im gleichen Jahr, in dem er seine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik bei Elektro Schulte in Emden abschloss. „Als Elektroniker gibt es ständig etwas Neues zu lernen. Deshalb muss man immer dranbleiben. Wer stehen bleibt, ist raus“, erklärt Folkers seine Motivation. Zwar habe er anfangs Bedenken gehabt, ob er nicht zunächst Erfahrung als Geselle sammeln solle. Heute sei er sich aber sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Ich habe durch die Weiterbildung gelernt, mich zu strukturieren. Dadurch kann ich auch Projekte viel besser planen und bin selbstsicherer geworden.“ Auch menschlich nehme er viel aus der Zeit mit. Der Zusammenhalt unter den angehenden Meistern sei sehr groß gewesen, teilweise seien sogar neue Freundschaften entstanden. „Aber man braucht auch viel Rückhalt von der Familie, ohne dem geht es nicht“, resümiert er die vergangenen drei Jahre.

Leidenschaft und Engagement zeigt der Jungmeister nicht nur in seinem Job, sondern auch in seiner Freizeit. Als ehrenamtlicher Schirrmeister ist er beim Technischen Hilfswerk (THW) in Aurich unterwegs. Erst vor wenigen Wochen war er im Flutkatastrophengebiet Ahrweiler im Einsatz. Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen war er für die Versorgung und Verpflegung der Hilfskräfte zuständig. „Ich war am Nürburgring stationiert. Und obwohl ich nicht direkt im Krisengebiet tätig war, sind es Eindrücke, die nachwirken und die man so schnell nicht wieder vergisst“, erzählt er.

Seit dem Einsatz sind inzwischen ein paar Wochen vergangen und der ostfriesische Alltag hat Djure Folkers wieder. Derzeit baut er mit Freundin Elena am ersten Eigenheim. Seine berufliche Zukunft sieht er auch weiterhin im Elektrobetrieb von Sascha Gläske.

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Bild_Elektrotechnikermeister_Folkers: Djure Folkers am Übungsbrett seines Auszubildenden.

Foto: HWK/J. Stöppel