Auch das Tischler-Handwerk sucht noch händeringend nach Auszubildenden.
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Schlussspurt für Nachwuchssuche

Mit 934 Lehrstellen verzeichnet das Handwerk ein leichtes Plus.

Ostfriesland. Die Handwerkskammer für Ostfriesland hat bis Anfang September insgesamt 934 neue Ausbildungsverhältnisse in die Lehrlingsrolle eingetragen. Im Vergleich zu 2020 konnten 85 Lehrstellen zusätzlich besetzt werden. Das ist ein Plus von neun Prozent. „Nach einem coronabedingten Rückgang im letzten Jahr steigen die Zahlen wieder auf ein erfreuliches Maß. Die Berufe des Handwerks sind eine reizvolle Alternative für alle, die auf mehr Praxis setzen, ohne auf theoretisches Wissen verzichten zu wollen“, zeigte sich Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs zufrieden.


Beim Blick auf einzelne Ausbildungsberufe fällt auf, dass besonders in den krisengebeutelten Sparten, zu denen unter anderem die körpernahen Dienstleistungen sowie das Lebensmittelhandwerk gehören, die Zahlen stabil bleiben. So muss das Friseur-Gewerk mit 31 neu abgeschlossenen Verträgen einen leichten Rückgang verbuchen (Vorjahr 37), dieser fällt aber geringer aus als erwartet. Die Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei, bleiben mit 34 Auszubildenden (Vorjahr 33) nahezu unverändert. Das Kfz-Gewerk beginnt sich hingegen nach einem leichten Rückgang in 2020 langsam zu erholen. Mit 135 neu eingestellten Azubis verzeichnet es ein Plus (Vorjahr 111). Ebenso sieht es im Maler- und Lackierer-Handwerk mit 68 Ausbildungsverträgen aus. Hier wurden 10 Lehrlinge mehr eingestellt als im Vorjahr (58). Ganz anders bei den Tischler/innen. Sie verbuchen mit einem Minus von 14 Ausbildungsverträgen einen starken Einbruch. 34 Azubis wurden neu eingestellt (Vorjahr 48). „Dies könnte auf den aktuell vorherrschenden Materialengpass zurückzuführen sein“, erklärte Frerichs.

Darüber hinaus habe es die Pandemie dem Handwerk nicht leicht gemacht, neuen Nachwuchs anzuwerben. Nahezu alle Präsenzveranstaltungen im Bereich der Berufsorientierung mussten im vergangenen Jahr abgesagt werden und konnten nur digital erfolgen. Die positive Entwicklung der Ausbildungszahlen sei vor allem dem großen Engagement der Betriebe und der Ausbildungsprämie, für die die Handwerkskammer eine Vielzahl an Bescheinigungen ausstellte, zu verdanken. „Viele Betriebe suchen aber noch händeringend nach Nachwuchs“, betonte Frerichs. Es sei noch nicht zu spät, eine Ausbildung zu starten. Noch bis Ende September könnten Verträge abgeschlossen werden. Derzeit seien in der Ausbildungsmesse Digital unter www.ausbildungsmesse-digital.de und der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer unter www.hwk-aurich.de noch einige freie Ausbildungsstellen zu finden. Eine Alternative könne auch ein Langzeitpraktikum, die sogenannte Einstiegsqualifizierung, sein.

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